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Bürgerprogramm der
Christlich Demokratischen Union Karben
für die Wahlperiode der Stadverordnetenversammlung 2011 bis 2016

Stadtentwicklung und Verkehr: Eine neue Mitte für Karben

Viel getan…

Die längst überfällige Lösung der Verkehrsprobleme bleibt das mit Abstand wichtigste Projekt zur Erhöhung der Lebensqualität in Karben. Wichtigstes Vorhaben dabei ist die Nordumgehung Groß-Karben. Auch wenn wir noch nicht am Ziel sind, so konnten in dem - aus unserer Sicht unverhältnismäßig langen - Planungsprozess erheblich Fortschritte erzielt werden. Durch hartnäckige politische Lobbyarbeit ist die Finanzierung der Nordumgehung heute im Landeshaushalt gesichert! Dies ist ein Meilenstein, der zu rot-grünen Regierungszeiten in Hessen undenkbar war.

Der Planfeststellungsbeschluss steht unmittelbar bevor - auch hier bleiben wir mit Hartnäckigkeit am Ball. Wir sind zudem im Gespräch mit Naturschützern und anderen Interessengruppen, um für das Projekt zu werben und möglichen Klagen vorzubeugen.

Die Nordumgehung ist eine Voraussetzung für die weitere Entwicklung unserer Stadtmitte. Im Sommer 2010 - wenige Wochen nach der Amtsübernahme von Bürgermeister Rahn - haben wir ein Investorenkonzept zur Entwicklung der Brachflächen rund um das Subway-Gebäude vorgelegt, das auf einhellige Zustimmung in allen Fraktionen gestoßen ist. Außerdem haben wir eine Lösung für das Bahnhofsgebäude als Einganstor zu unserer Stadt gefunden: Ohne den Steuerzahler zu belasten wird der Bahnhof saniert und wird eine Sicherheitswache von Landes- und Ordnungspolizei beherbergen.

Trotz der notwendigen Entwicklung der Stadtmitte verlieren wir auch die Stadtteile nicht aus den Augen. So haben wir die Dorferneuerung Rendel in der vergangenen Wahlperiode zu Ende geführt und die Aufnahme Groß-Karbens in das Landesprogramm Dorferneuerung erreicht. Auch die maßvolle Ausweisung attraktiver Wohngebiete durch Projekte wie der "Sauerborn" in Kloppenheim und zuvor in der Luisenthaler Straße ist gelungen. Derartige Wohnflächen in Zentrumsnähe mit optimaler Verkehrsanbindung zu Straße und S-Bahn bleiben im Fokus unserer Stadtplanung.

… viel zu tun

In Sachen Verkehr verfolgen wir mit Nachdruck und mit erster Priorität den Baubeginn der Nordumgehung Groß-Karben. Mit zweiter Priorität setzen wir uns für den Ausbau der B3 zwischen Kloppenheim und Massenheim auf zwei Fahrstreifen in jede Fahrtrichtung ein. Schließlich kommt es heute bereits zu Staus in Höhe der Verengungen von zwei auf einen Fahrstreifen. Die Sicherstellung des Verkehrsflusses in diesem Teilstück der B3 ist die Voraussetzung dafür, die B3 über das jetzige Ausbauende hinaus auszubauen - andernfalls könnte sich der Karbener Verkehr am "Knoten 0" nicht in den dann aus Richtung Friedberg kommenden Verkehr einordnen. Sinnlose "Murkslösungen" wie eine enge Umfahrung des Straßbergs, um in Höhe Toom-Markt wieder auf die jetzige B3-Trasse einzuschwenken, werden wir verhindern. Stattdessen sprechen wir uns weiterhin für eine weite Umfahrung des Straßbergs und eine Streckenführung westlich des Berufsbildungswerks aus. Karben darf nicht das Nadelöhr in der Wetterau bleiben - die verlorenen Jahre weitgehend untätiger SPD-Verkehrspolitik müssen aufgeholt werden.

Darüber hinaus unterstützen wir das endlich eingeleitete Bauvorhaben der Bahn, die S6-Strecke viergleisig auszubauen. Wir begrüßen auch die mit dem Streckenneubau einhergehenden Verbesserungen des Lärmschutzes. Wir werden zudem an konstruktiven Lösungen für die direkten Anlieger in Okarben mitarbeiten. Durch den viergleisigen Ausbau können die teils unregelmäßigen Taktzeiten verkürzt und vereinlicht werden, so dass in der Hauptverkehrszeit die S-Bahn regelmäßig im 15-Minuten-Tackt fahren kann. Eine Verbesserung der S-Bahn-Verbindung erhöht die Attraktivität Karbens nachhaltig.

Die Stadt Karben ist 1970 durch Zusammenschluss von ursprünglich 5, dann 7 Dörfern entstanden. Auch wenn Groß-Karben und Klein-Karben bereits räumlich zusammengewachsen sind, fehlt der Stadt bis heute ein prägendes Stadtzentrum, mit dem sich die Bürgerinnen und Bürger aus allen Stadtteilen identifizieren. Die derzeit vorhandene Bebauung im geplanten Innenstadtbereich stellt nach wie vor einen Torso dar.

Wir werden an Hand der vorgestellten Pläne im Bereich rund um das "Subway-Haus" ein attraktives Dienstleistungszentrum schaffen mit Angeboten, die das in Karben vorhandene Sortiment ergänzen und Kaufkraft bei uns binden. Die Ansiedlung neuer Lebensmittelmärkte - mit Ausnahme von Verlagerungen und Erweiterungen von bereits in Karben ansässigen Unternehmen - lehnen wir ab. Sehr geeignet wiederum ist der Standort für einen Ausbau der Gesundheitsdienstleistungen - von einem Sanitätshaus bis hin zu Fachärzten. Abgerundet werden soll das Angebot durch die Ansiedlung von Gastronomie mit einem belebenden Charakter sowohl für das Stadtzentrum, als auch für die dort bereits vorhandenen Einrichtungen wie das Kino.

Auch das Bahnhofsumfeld soll weiter aufgewertet werden, indem die dreieckige Brachfläche zwischen Selzerbrunnen-Center und der Landesstraße an einen Investor mit einem attraktiven Nutzungskonzept vermarktet wird. Die Bürger werden wir in die Bauleitplanung in Form von öffentlichen Versammlungen einbinden. Fest steht außerdem: Die Grünflächen, die sich in unmittelbarer Nähe des Stadtzentrums zur Nidda befinden, werden wir erhalten und attraktiveren.

Im Zuge der Innenstadtentwicklung und der Verkehrsreduzierung durch die Nordumgehung werden wir Zug um Zug Ampelnanlagen im Stadtzentrum durch Kreisverkehre ersetzen. Der erste zu bauende Kreisel wird die Luisenthaler Straße endlich vernünftig an die Bahnhofstraße anbinden. Die Kreisverkehre werden attraktiv gestaltet, so dass auf der Bahnhofstraße ein neuer, Ortsbild prägender Charakter Einzug erhält. Alle Kreisverkehre werden durch Mittelinseln und Zebrastreifen für Fußgänger gesichert. Unser langfristiges Ziel ist eine ampelfreie Stadtmitte.